Word of Mouth & Marketing im Zeichen des Feuerhahns

File:Roter Hahn P4070055b.jpgAm letzten Samstag, 29.1.2017 begann in China das neue Jahr, das laut dem chinesischen Kalender im Zeichen des Feuerhahns steht.

Und wie an jedem Jahresanfang üblich, gibt es wieder jede Menge Trendaussagen, die auch ein wenig wie eine Glaskugelschau oder Horoskope sind.

Bereits vor und nach dem europäischen Jahreswechsel gab es zahlreiche Ausblicke auf die Marketingtrends in 2017 – bei einigen durfte MR. WOM auch seine Expertenmeinung abgeben, etwa:

Doch was bedeutet nun der chinesische Jahreswechsel für das Marketing?

Wofür der Feuerhahn (in 2017) steht

Schauen wir uns erst einmal an, wofür der Feuerhahn (lt. chinesischem Horoskop) steht:

Ein Feuerhahn-Jahr gab es zuletzt vor 60 Jahren. Der letzte Feuerhahn – 1957 – steht dabei sowohl für den Sprung in den Weltraum (Innovationen), für die Römischen Verträge (Beginn der euroäpischen Einigung), aber auch für eine neue Art der weltbedrohenden Konfrontation (erste Interkontinentalrakete).Und es erschien das Buch „The Hidden Persuaders“ von Vance Packard, das mit der Erfindung der Motivforschung u.a. den Wechsel von der Reklamewelt zur Werbung ( die später zu den „Mad Men“ führte) einläutete.

Und 2017? Einige meinen der Charakter und die „Motive“ des Feuerhahns passen perfekt zu den aktuellen politischen wie gesellschaftlichen Entwicklungen – etwa zum Antritt des neuen Präsidenten Trump – und leiten daraus ihre Trends für 2017 ab.

Der Feuerhahn steht für eine Reihe von positiven wie auch negativen Eigenschaften:

Der Feuerhahn ist ein starker, selbstbewuster und offener Charakter, der den Überblick behält, aber auch nach Bewunderung giert wie ein stolzer Gockel.

Er kann gut mit Geld umgehen, gilt manchmal aber auch als Verschwender. Da meist gut strukturiert, weiß der Feuerhahn, wie er zu Geld kommt.

Er ist oft sehr eitel und extrovertiert, mag keine Kritik, ist stur, egozentrisch und regt sich schnell auf und gibt manchmal vor, etwas zu sein, was er nicht ist.

Er verfolgt willenstark, aber auch oft rücksichtslos seine Ziele und schert sich wenig um die Gefühle anderer

Das Jahr des Feuerhahn wird also stolz und kunterbunt: große Visionen, eine gute Hand für Trends und gute Geschäfte, aber auch Energieverschwendung und viel Lärm um nichts.

Die Prophezeiungen des Feuerhahns für das Marketing in 2017 (frei nach MR. WOM interpretiert)

Überträgt man dies nun auf das Marketing 2017, so könnte man folgende Thesen ableiten:

Das Rad der Aufmerksamkeitökonomie dreht sich noch schnelle. Postfaktisches nimmt weiter zu, auch da alternative Fakten es leichter haben, kreisende Erregungen – sprich höhere Viralität – zu erzeugen. Die Lautsprecher übernehmen immer stärker.

D.h. (bezahltes) Influencer Marketing , aber auch Fake-Reviews werden weiter zunehmen, worunter die Glaubwürdigkeit speziell von Online Informationen weiter leiden könnte. Auch wenn einige heute bereits dem Influencer Marketing den Tod erklären, so sind wir hier noch lange nicht auf dem Höhepunkt, der allerdings dann evt. auch dazu führen könnte, dass der Hype extrem überhitzt und verbrennt (Feuerhahn!).

Die jüngeren Zielgruppen reagieren hier bereits: In Vorträgen und Vorlesungen haben insbesondere jüngere Teilnehmer MR. WOM immer wieder gesagt, dass sie selbst den Meinungen im Netz wie auch den Social Media Stars (Blogger, Youtuber, Influencer…) nicht mehr glauben, das wäre entweder Fake oder gekauft. Interessanterweise waren darunter auch Studierende eines Studiengangs, an dem man – salopp gesprochen – „Youtuber werden“ studieren kann (ja, so einen Studiengang gibt es wirklich, er wurde wohl u.a. von Mediakraft, einem Influencer-Vermarkter mit initiiert). Sie würden sich stattdessen wieder mehr auf die persönlichen Empfehlungen aus ihrem Freundeskreis verlassen, da das Netz für sie langsam zu „korrumpiert“ ist.

Auch differenzierte Meinungen, tiefergehende Analysen und der echte Dialog im Sinne von Debatten werden es schwer haben, es wird stattdessen mehr unversöhnliches Lager- und Schwarz-Weiß-Denken. Die Wahrheit und auch der Dialog bleiben in dieser Kakophonie im Netz immer mehr auf der Strecke. Algorithmen, Filterblasen und Bots beschleunigen diesen Trend noch weiter. Für das Marketing heißt das mehr Automation, aber auch eine komplexere Welt und größere Schwierigkeiten, die Zielgruppen zu adressieren, was sich in der Notwendigkeit höherer Marketing-Budget niederschlägt – oder – bei gleichem Budget – eben weniger Marketing-Wirkung.

Wie Marken das Jahr des Feuerhahns für sich nutzen können

  1. Nutzer wünschen sich von Marken mehr echten Dialog (also nicht via Chatbots oder Mailings im Sinne Dialogmarketing) und mehr Wertschätzung (lt. z.B. der Brandtrust Studie von Edelman). Das wird umso wichtiger, da das Jahr des Feuerhahns bei den Web- und Social-Media-Nutzern weniger Dialog, weniger Wertschätzung und mehr Verunsicherung mit sich bringen könnte. Marken sollten daher die Kompetenz des echten Zuhörens lernen und ihre Kunden in das Marketing einbinden. Der sog. „Collaborative Consumer“ ist stärker involviert, hat eine höhere Loyalität und hilft aktiv mit, Marken erfolgreicher zu machen.
  2. Nicht mehr Content ist King, sondern weniger, aber dafür relevantere Inhalte. Dabei ist Marken-Content nur noch Queen – User (generated) Content ist King. Dieser ist glaubwürdiger und bildet eine Wahrheits-Insel im Meer von alternativen Fakten.
  3. Marken sollten gerade im Jahr des Feuerhahns authentischer, transparenter und ehrlicher kommunizieren und speziell das „Kaufen“ oder „Fälschen bzw. Verdrehen“ von Meinungen und Einfluss vermeiden. Stattdessen sollte der offene Dialog mit passenden Marken-Botschaftern gesucht werden. Sprich zurück zu den Blogger-Relations statt bezahltes Influencer-Marketing via teuer bezahltes Product-Placement.
  4. Marken sollten zudem ihre Aktivitäten im Word of Mouth – persönliche Empfehlungen offline von normalen Konsumenten – verstärken. Dieses ist nach wie vor das glaubwürdigste, aber auch eines der wirkungsvollsten Instrumente zur Steigerung des Abverkaufs. Zudem ist es budgetschonender und zielgruppen-spezifischer, da es ohne Streuverluste auskommt.

Marken, die auf diese 4 Elemente setzen, werden sich in 2017 besser abheben gegenüber Marken, die auf die aktuellen Trends aus der Vergangenheit aufspringen.

Wenn 1000ende Marken dem Trend der Aufgeregtheit folgen, gibt es keinen Trend mehr, dann ist virale Aufregung der Normalzustand, der Mainstream, und der droht in den in 2017 weiter zunehmenden postfaktischen Eitelkeiten unterzugehen.

Wer hingegen als Marke gegen den Strom schwimmt, auf Wahrheit, Transparenz, wertschätzenden Dialog und die Zusammenarbeit mit den Kunden setzt, wird sich wohltuend für den Kunden abheben. Denn diese Marken bieten Ruhe, Orientierung und Klarheit.

Auf die übersteigerte Aufregung der Aufmerksamkeitsökonomie folgt eine neue Achtsamkeit im Marketing – sowohl im Sinne der „Care-Ethik“ wie auch im Sinne der „buddhistisch geprägten Mindfulness„. Vielleicht zeigt sich dies noch nicht umfassend im Jahr des Feuerhahns, aber mit Sicherheit danach, denn dann kommt das Jahr des Erd-Hundes: Dann werden soziale Werte wieder wichtiger als blanker Profit.

 

Alles Müller, oder…warum nicht gegenseitiges Bashing, sondern nur eine neue Idee vom Marketing weiterhilft

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Am vergangenen Do. (01.09.2016) zuckelte MR. WOM gerade mit der Bahn durch das mobil-digitale Detoxland im Schwarzwald und konnte so nicht „live“ vom Digital Bashing von Christian Meyer von Müller Milch in der W&V erfahren, das die Werberepublik bis heute noch bewegt.

In seinem breiten Rundumschlag ließ Christian Meyer kaum ein Thema aus, das ihn an der Digital Branche nervt: Ob nun fehlende Transparenz und mangelnde Wirksamkeit von Digital Marketing, das überhypte Thema Influencer & Content Marketing oder die „Rockstar-Allüren“ von manchem „selbstverliebten“ Branchenbeteiligten.

Die Antwort des digitalen Lagers folgte prompt – sowohl in Kommentaren auf wuv.de wie auch im sozialen Netz. Meist in einem ebensolchem „Bashing“ Modus verfasst, wie bereits der Beitrag von Christian Meyer (zumindest bis auf den konstruktiven Beitrag von Ralf Scharnhorst, doch dazu später mehr).

Leider unterscheiden sich in der bisherigen Reaktion die digitalen Experten nicht viel vom durchschnittlichen Medien- und Werberezipienten, wie es schon Sascha Lobo unlängst anmahnte. Es scheint, als wolle kaum jemand hier mal den halben oder gar ganzen Weg einer Debatte mitgehen zu dem Thema, wie Marketing eigentlich heute sein sollte.

MR. WOM wählt hierbei bewusst den Begriff „Debatte“, leitet er sich doch aus dem französischen Wort „debattre“ ab, das zwar oft mit einer Diskussion verwechselt wird, aber etymologisch „Kampf herausnehmen“ bedeutet. Die Diskussion hingegen leitet sich aus dem Lateinischen „discutere“ ab und bedeutet „zerschlagen“.

Marketing heute – der Versuch einer Debatte.

Der Beitrag von Christian Meyer hat bei all dem provokanten Bashing-Buzz, den er enthält, doch ein paar Aussagen, die für eine Debatte als Argumente taugen:

Gute Kommunikation is everything for every thing! Und die beginnt bitte schön immer noch mit einer guten Idee, gefolgt von einer guten Kreation und endet mit einem guten Mediaplan. (Zitat Christian Meyer in der W&V vom 01.09.2016)

Bis dahin mache ich mir Gedanken über gute und unique Kommunikation, bei der wir zugegebener Maßen auch schon mal besser waren. Und über eine smarte Kommunikations- und Mediastrategie. Über schlaue TV Ansätze. Plakat, Radio, Kino, Print und ja, auch digital. (Zitat Christian Meyer in der W&V vom 01.09.2016)

C. Meyer folgt damit dem traditionellem Marketingcredo des Push Marketings. Fasst man seinen Beitrag zusammen (und da gibt MR. WOM dem Kommentar von Mr. Media Recht), so sagt er nichts anderes als das oft schon verwendete Zitat von Thomas Koch: „Digitales Marketing – muss ich nicht machen, ich muss gar nichts“.

Dem kann man insofern zustimmen, dass TV, Radio und Print nach wie vor gute und wichtige Instrumente sind für erfolgreiche Marken-Kommunikation. Sie sind beileibe nicht „tot“ oder wirkungslos – wie es die Digitalbranche gerne im Zuge der „Digitalen Transformation“ herunterbetet. Doch auch sie müssen sich ändern, genau wie das gesamte Marketing (zumindest ist MR. WOM dieser Ansicht).

Das liegt aber nicht an der digitalen Transformation, sondern eher am geänderten Nutzerverhalten in Folge von digitalen Technologien, wie hier schön erklärt:

MR. WOM möchte hier den Ball von Ralf Scharnhorst (in seiner Antwort auf wuv.de) aufgreifen:

Es war so schön mit TV, Radio und Papier im Briefkasten, am Kiosk und an Plakatwänden. Ihr habt gesendet, es kam kein Widerspruch vom Konsumvolk. Nur Eure Zielgruppen fanden es nicht mehr so prickelnd, eine nach der anderen schwenkte ihre Blicke und Ohren auf digitale Medien.

Geben wir doch beide zu, dass der Konsument die Augenhöhe der bisherigen Sender erreicht hat. Hören wir auf Werbung zu „treiben“ wie eine Viehherde. Stellen wir es uns besser als Marktplatz vor. Die Marken haben Marktstände, die Konsumenten schlendern vom einen zum anderen. Hören zu, stellen aber auch Fragen.

R. Scharnhorst verweist dann darauf, dass man dies doch auf dem „Marktplatz“ dmexco diskutieren sollte (debattieren wäre natürlich besser ;-).

Eine gute Idee, findet MR. WOM. Es wäre toll gewesen, wenn Christian Meyer sich auf der dmexco als Speaker beworben hätte mit genau diesem Thema – und sich der Debatte gestellt hätte. Denn nur im gemeinsamen Dialog kommt man zu besseren Lösungen.

Welches Marketing- Schweinderl hätten´s denn gerne?

Leider geht Ralf Scharnhorst in seiner Antwort an Christian Meyer aber – ebenso wie auch Herr Meyer – nicht weiter auf den von ihm genannten entscheidenen Punkt ein: Den Konsumenten. Darum möchte MR. WOM hier seinen Beitrag zur Debatte leisten und auf einige Punkte von beiden Seiten eingehen.

Christian Meyer nervt sich u.a. am Influencer Marketing („Wie blöd sind wir eigentlich?“).  Nun, der Hype um dieses Buzzword nervt wirklich, doch es ist auch system-immanent für die Werbebranche: Jemand, der nun mal Werbung macht und Hype bei  den Nutzern erzeugen will, macht dies natürlich auch in seiner eigenen Branche. Dagegen sollte man als Werbetreibender immun sein und die Werbebrille schöner Buzzwords absetzen und das Instrument sich genau anschauen.

„Influencer Marketing“ hiess früher mal „Blogger Relations“. Blogger, das waren bzw. sind (auch) normale Nutzer, die über etwas im Web schreiben, berichten, ihre Meinung kundtun (in Form von Fotos, Texten, Videos). Einige tun das irgendwie „besser“ als andere, sie haben mehr Reichweite, oder mehr Vertrauen, oder sie erreichen Menschen, die andere Medien nicht mehr konsumieren, als die etablierten Medien – das sind dann die Top Influencer.

Im Fall von Neckermann, die die Generation Youtube erreichen wollen (12 – 19 Jährige),  macht daher eine Zusammenarbeit z.B. mit Bibi´s Beauty Palace auf Youtube durchaus Sinn, denn Neckermann kann diese Zielgruppe nicht mehr über eine „Bravo“ oder andere Jugendmedien erreichen. Bibi hat hier einfach Bravo als Medienkanal abgelöst.

Das ist eigentlich nichts Neues und gab es übrigens auch schon mal: Damals hiessen die Kanalprotagonisten Stefan Raab und Vivasion (und Viva TV). Das Modell ist das Gleiche: Product Placement, Testimonials und Advertorials. Daher auch Influencer Marketing. Man bezahlt (Paid Media) dafür, sein Marketing zu platzieren.

Doch es gibt noch etwas anderes, was (wieder) viel wichtiger wird: Blogger heissen zwar evt. jetzt Influencer, aber es ist immer noch besser eine Beziehung mit ihnen aufzubauen, als sie nur einfach zu bezahlen: daher Influencer Relations. So wie man es in der PR auch mit anderen „Influencern“ macht.

Mit beiden können Marken in bestimmten Zielgruppen oder Kanälen (hier z.B. das Internet als Medienraum) ihre Bekanntheit und Sichtbarkeit erhöhen.

Das funktioniert auch oft gut, das Werbe-Influencer-Tamtam geht aber auch genauso oft unter in der Medien-Kakophonie vieler Marken. Und es nervt auch zunehmend den Nutzer, den Menschen. Er schützt sich immer mehr vor dem täglichen Werbe-„Push“ aus 3.000 – 6.000 Botschaften.

Wir alle sind Influencer.

Adblocker sind da nur ein Teil, wie sich die Nutzer mittlerweile schützen. Ein anderer Schutz liegt darin, sich bei seinesgleichen zu informieren, was Kaufentscheidungen angeht: Den Empfehlungen von Freunden glauben heute in Deutschland 78%, der Werbung nur noch knapp die Hälfte (lt. Nielsen). Und die Glaubwürdigkeit von Top Influencer (etwa Youtube Stars) liegt bei 18 %.

Da hilft es auch nichts, wenn Werbung nun als Content, Story oder „Native“ daher kommt, Push bleibt Push. Content Marketing – richtig gemacht – schafft Inbound Anfragen – also Pull. Doch eine reine Pull Welt macht ja für Marken auch nicht so viel Sinn. Und für den Nutzer auch nicht, denn er erhält oft nur automatiserten Werbe-Push als Antwort.

Zudem brauchen die Nutzer das auch alles gar nicht mehr, denn sie sind mittlerweile Sender auf Augenhöhe mit den Medien. Jeder hat diesen Sender in der Hosentasche dabei – und kann via Smartphone bloggen, auf Facebook posten,  Bilder via Instagram teilen oder auf Youtube und Snapchat Video verbreiten.

In der Kosmetikbranche entfallen mittlerweile bei einigen Marken 99% aller Views auf nutzergenerierten Fancontent – d.h. der Markencontent wird gar nicht mehr angesehen, sondern nur noch der Content, der von Nutzern zu diesen Marke veröffentlicht wird.

Menschen machen Marketing.

Da der Nutzer, der Konsument, nun auf Augenhöhe ist und vom reinen Empfänger auch zum Sender geworden ist, schlägt Ralf Scharnhorst folgerichtig in seiner Antwort vor: „Die Marken haben Marktstände, die Konsumenten schlendern vom einen zum anderen. Hören zu, stellen aber auch Fragen.“

In dieser Welt gibt es keinen Push und keinen Pull mehr, es gibt nur noch echten Dialog zwischen den Menschen, die hinter Marken stehen (und diese machen im Sinne von produzieren) und den Menschen, die Marken nutzen (und durch ihren Gebrauch erst zu Marken machen).

Kollaboratives-Marketing

Utopie? Sicher nicht, eher ist diese Art von „Collaborative Marketing“ echtes „Neuland“ für viele Marketer.

Denn sie haben die letzten 50 Jahre Push gelernt und Begriffe wie „Konsument“, „Kundenbindung“, „Consumer Safari“, „Abschöpfen“ oder „Werbung muss als Geschenk daher kommen wie ein trojanisches Pferd“ u.v.m.  kreiiert, die viele Menschen abschrecken (Wer das nicht glaubt, dem sei ein Blick in das Cluetrain Manifest, insbesondere auch die New Clues empfohlen. Dort steht, wie sich Menschen Marketing vorstellen).

Nun könnte man sagen: Social Media, Content und Influencer Marketing – das ist doch schon sowas wie Zusammenarbeit?

Leider ist hier immer noch zu viel „altes“ Push Denken bei den Marken enthalten: Influencer werden „gebucht“, Blogger wird „vorgeschrieben, was sie zu schreiben haben“, branded Content wird „ausgeliefert“, und auf Facebook „wirbt“ die Marke um Aufmerksamkeit. Bei allem, was dort oft passiert, steht immer noch die Marke auf der Bühne – und nicht der Nutzer mit seinem Produkterlebnis oder seiner Empfehlung. Und dieses Word of Mouth der Nutzer kann man eben nicht kaufen – man muss es sich verdienen. Daher heisst es auch Earned Media, was nur über eine chte Beziehung möglich ist.

Christian Meyer von Müller Milch hat sicher Recht damit, dass gute Kommunikation „bitte schön immer noch mit einer guten Idee“ beginnt, der erst dann die Auswahl der Kanäle folgen sollte. Die Frage ist, was eine Marke hier mit „gute Idee“ bezeichnet – immer noch Push nach alter Marketingdenke (Marke als Hero) als Idee oder ggf. Dialog und Zusammenarbeit als Anpassung auf das geänderte Nutzerverhalten in punkto Werbung im Sinne eines neuen Marketingverständnisses?

Denn was die Kreation und den Mediaplan angeht, so sind Marken gut beraten, hier in Zukunft mit den Nutzern, den Kunden enger zusammen zu arbeiten und auf den Kunden zu hören – der Kunde kann besser glaubwürdigen Content erstellen und diesen zielgerichteter verbreiten.

Diese Zusammenarbeit könnte dabei ggf. sogar die Produktentwicklung umfassen. Wer hier heute den Kunden nicht involviert, könnte morgen schon weg vom Markt sein. Denn heute können dank neuer Technologien aus einfachen Nutzern schnell Produmenten, sprich neue Marken werden – der Boom bei den Craftbieren ist hier nur eines von vielen Beispielen einer nutzergetriebenen neuen Prosumenten-Bewegung – und neue 3-D-Drucker-Technologien bieten noch ganz andere Möglichkeiten für Nutzer (auch im Foodbereich).

Fazit: Für mehr Absatz braucht es weniger alten Push Hype und mehr neue und echte Kollaboration mit dem Kunden

Werbung als Push Instrument nach alter Marketingdenke wird zukünftig weiter an Wirkung verlieren – egal ob digital oder klassisch (wie bei Müller Milch). Nicht unbedingt in punkto „Awareness“, aber in Bezug auf die Kaufwirkung (und Werbung soll ja auch verkaufen – oder?).

Denn die Wirkung auf den Kauf wird heute vom Kunden selbst und seinen Empfehlungen getrieben. Um dieses Earned Media zu erhalten, ist das klassische Push jedoch gänzlich ungeeignet, den diese Mediaform erfordert – wie bei Influencern eigentlich im Idealfall auch – eine echte Beziehung. Und „Relations“ mit den Kunden als „Mikro-Influencer“ entstehen eben nur durch autentischen Dialog auf Augenhöhe. Da ist nicht mehr der Marketingleiter oder die Marke der (Online Marketing) „Rockstar“ auf der Bühne,  sondern der Nutzer, der Kunde.

Es gibt bereits ein Vielzahl von Unternehmen, die erfolgreich diesen neuen Weg des Marketings mit dem Kunden eingeschlagen haben. Vielleicht lassen sich Christian Meyer und Müller Milch auch eines Tages davon überzeugen.

In diesem Sinne freut sich MR. WOM auf eine angeregte Debatte – auf der dmexco wie auch hier im Blog.


Transparenzhinweis: An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass MR. WOM neben seiner Tätigkeit als Experte und Strategieberater für Word of Mouth u.a. auch als Speaker, Botschafter und Berater für trnd tätig ist – Europas Marktführer im Bereich Collaborative Marketing. In dieser Funktion wird MR. WOM wird am 15.09.2016 an der dmexco die „Collaborative Marketing Live Session“ von trnd moderieren.

 

AGOF #WOM Talk am 4. Mai in Berlin – Sondertickets für Gäste von MR. WOM

AGOFTalkBanner

Noch zwei Wochen, dann startet am 4. Mai um 17 Uhr der AGOF Talk zu Word of Mouth Marketing – u.a. mit Dr. Merkle / Tchibo, Tobias Röver / Microsoft, Andreas Gebhard /re:publica und Arvid Böström / MEC global sowie MR. WOM als Speaker.

Als Referent des AGOF Talks bietet MR. WOM seinen Gästen (Lesern) Sondertickets zum #WOMTalk zu vergünstigten Konditionen für 75 € statt 95 € (zzgl. MwSt.).

Dazu einfach das ermäßigte Ticket für „AGOF Mitglieder oder Marktpartner“ buchen und in der Rechnungsadresse unter „Referenz-Nr.“ einfach „MR. WOM“ eintragen – fertig.

Ticket-Buchung und Infos unter: http://www.agof.de/agof-talk/

Oder direkt hier über das Buchungsformular:

MR. WOM freut sich auf Eure Teilnahme und natürlich die Weiterempfehlung (#WOMTalk) des Events in Eurem Netzwerk.

Wir sehen uns in Berlin – entweder am WOMTalk oder der re:publica ab 5. Mai.

Mehr Gesprächsstoff durch Events

„Probieren weckt die Lust am Kauf“, das wusste bereits Euripides. Bei schnelldrehen-den, niedrigpreisigen Konsumgüter Marken kann man teilbare Probier-Erlebnisse bei Kunden durch den Einsatz von Samples (Mustern) oder Gratisprodukten – etwa im Rahmen von  WoM Kampagnen über Mund-zu-Mund-Marketing Plattformen wie Kjero.com –  noch relativ leicht erzeugen.

Rausch-Kjero

 

 

 

 

Bild: Aktuelle Rausch Testkampagne bei Kjero.com

Doch was machen Word of Mouth Marketer bei Produkten und Marken, die sehr hochpreisig sind (und daher keine Muster bereitstellen können) oder schwer teilbar sind? Und wie sieht WoM für wirtschaftliche, gesellschaftliche oder politische Personen und deren Ideen und Themen (die physisch nicht greifbar und damit nicht teilbar sind) aus?

Wie können hier Markenerlebnisse erzeugt werden, die als persönliche Stories von „Kunden“ via Word of Mouth weiterverbreitet werden?

Word of Mouth durch Marken Events

Ein gutes Mittel, nicht greifbare oder nicht leicht teilbare Güter und Services, erlebbar zu machen, ist die Veranstaltung oder Nutzung von Events. Wichtig dabei ist, dass diese Event besondere Wow Erlebnisse für die Teilnehmer bieten, damit diese auch zu Weitererzählern werden.

Die Marke IKEA macht dies bereits seit Jahren erfolgreich vor mit ihren Übernachtungsevents – welche zu jede Menge „Pillow Talk“ – zu Bettgeflüster – führen.

Pillow-Talk-Ikea

Photo der Präsentation von Sahar Hashemi, Mitbegründerin von Coffee Republic, am Schweizerischen Marketingtag 2014.

Die frisch gegründete Marke „Schwarz“, Hersteller des ersten digitalen Röhrenverstärkers der Welt, startete mit der „Taufe“ der ersten vier digitalen Röhrenverstärker Ende März 2014 eine Reihe von Events, die den Teilnehmern nicht nur einen musikalischen wie auch kulinarischen Genuss bot, sondern einen besonderen Wettstreit.

Der „Schwarz“ Verstärker verspricht ein ausserordentliches Klangerlebnis: Über den „Schwarz“ können  Studio Tapes in gleicher Klangqualität wie eine Liveaufnahme wiedergegeben werden. Um den Beweis zu führen, traten daher bei der „Taufparty“ zuerst das preisgekrönte Jazz Duo Lutz Häfner und Rainer Böhm live mit ein paar Stücken auf. Danach wurden die Studiotapes der gleichen Stücke über den Schwarz Röhrenverstärker dem Publikum vorgespielt. Und – quod erat demonstrandum – man konnte keinen Unterschied feststellen (zumindest für MR. WOM´s Ohren).

Schwarz-Event-Jazz

Die Eventserie der Marke Schwarz ging am Samstag nach der Taufe dann weiter mit einem Live Konzert der Soulband „Reana & her Soulmates“ im Agenturhotel „Ermatinger Hof„. Die Newcomer Band bot eigene Stück mit jede Menge Passion & Soul – jedes Stück für sich äusserst hörenswert – leider noch nicht auf CD oder iTunes verfügbar (aber hoffentlich bald) – hier mal eine kleine Hörprobe:

 

WOM auf Events

Marken und Personen haben als 2. Option aber auch die Möglichkeit, auf öffentlichen Events selbst für Gesprächsstoff zu sorgen.

Hierbei funktionieren insbesondere kleine Gesprächsstarter für Aufmerksamkeit und Weitererzählen, wie z.B. der Glückpilz mit seinem Namensschild, den MR. WOM dieses Jahr auf dem Schweizer Marketingtag in Luzern traf.

Glückspilz

Man kann als wirtschaftliche oder politische Personen-Marke zudem Events an öffentlichen Orten nutzen, um in den Dialog mit seiner Zielgruppe zu kommen und dabei von sich Reden zu machen.

So machte es vergangenen Freitag der österreichische Spitzenkandidat der Europawahlen Otmar Karas von der ÖVP. Im Rahmen seines Wahlkampfes zieht er von Stadt zu Stadt, trifft Wähler, aber auch Institutionen und Verbände. Für den Dialog mit den jungen Wählergruppen haben sich Wahlkampfmanager unter dem Motto „Go Europe“ spezielle Get Together Events je Stadt überlegt, auf denen Otmar Karas in öffentlichen Szene Lokalitäten des Bar- und Nachtlebens bei Bier und Wein zum persönlichen Gespräch einlädt.

Go-Europe-Karas

Dabei wird er natürlich von seinem Team begleitet, das beim Auftritt dann auf „Go Europe“ Schilder als Gesprächsstarter setzt. MR. WOM durfte das live erleben, als er vergangenen Freitag in der adlers Bar über den Dächern von Innsbruck weilte und völlig überraschend in den „Go Europe“ Dialog der Europapolitikers geriet, der wie ein „Popup“ Event plötzlich die adlers Bar „enterte“.

Karas
Eine weitere Variante bietet sich Marken und deren Vertreter auf Veranstaltungen, auf denen viele Weitererzähler zusammentreffen – Menschen, die ein grosses soziales Netzwerk haben und als „Hubs“, als Netzwerkknoten, eine hohe soziale Interaktivität mit ihrem Umfeld pflegen. Hierzu gehören insbesondere Twitterer oder Blogger, die man u.a. auf Barcamps treffen kann.

Marken, die als Sponsoren auf Barcamps auftreten, sollte sich dabei genau überlegen, wie sie vorgehen wollen. Das reine Sponsoring durch Namensnennung macht hier noch kein Weitererzählen. Vielmehr ist es der Dialog mit den Teilnehmern ohne Werbebotschaft, der den WoM erzeugt, wie man in diesem Whitepaper nachlesen kann und sinnigerweise gleich am Barcamp Bodensee vom 5. – 6. Juli 2014 ausprobieren kann.

Fazit

Events bieten viele gute Chancen, um Word of Mouth zu erzeugen. Wichtig ist für Wow Erlebnisse und authentische Insights zu sorgen, um sich als Marke in´s Gespräch zu bringen.

MR. WOM nutzt diese Möglichkeit auch für sich selber. Ob nun als Sponsor und Sessionanbieter beim Barcamp Bodensee oder mit der eigenen WOMMup Eventreihe zum Thema Word of Mouth Marketing. Übrigens: Der nächste WOMMup findet am 24.04.2014 in Ravensburg statt zum Thema „Mundpropaganda durch Storytelling“.

 

Likies – Der Top WOM im November

Lange Zeit hat MR. WOM keinen TOP WOM mehr vergeben. Doch nun ist es wieder  soweit. Via sozialer Mundpropaganda wurde MR. WOM von Torsten Panzer auf den Artikel von Lead Digital über die „Likies“ des Keksherstellers Hans Freitag aus Verden aufmerksam.

Likies

Nach kurzer Recherche der Website und dem Keksblog.com von Hans Freitag folgte ein längeres Telefonat mit Linda Grohe – die neben der Hans Freitag Chefin Anita Freitag-Meyer selbst für Social Media und den Firmen-Blog verantwortlich zeichnet.

Der TOP WOM des Monats November

Wie es zu den Likies kam, klingt wie ein kleines, aber irgendwie auch Social Media typisches Märchen. Die Mitarbeiter backten Ihrer Chefin Anita Freitag-Meyer zum Geburtstag per Hand ein paar „Likie“ Kekse als Überraschungs-Gag. Das wurde dann via Facebook per Foto den Fans mitgeteilt. Was dann folgte, war dann nicht mehr geplant.

Social-Likies

Das Posting zu den Likies erzeugte ein überwältigende Resonanz bei den Facebook Fans von Hans Freitag und auch im Keksblog. Viele Fans wollten die Likies gleich bestellen. Linda Grohe und Anita Freitag-Meyer fragten daraufhin konkret bei den Fans nach, wie hoch das Interesse wirklich ist.

Zudem mussten rechtliche und produktionstechnische Fragen geklärt werden, die auch offen mit den Fans geteilt wurden, was wiederum jede Menge neues Feedback und Mithilfe an der Fanbasis generierte.

Likies-Consumer-Voice

Im Oktober – rund 2 Monate nach dem ersten Likies Posting auf Facebook – waren dann die ersten Likies in Serie produziert und konnten bestellt werden.

Allein diese Story ist schon den TOP WOM des Monats wert. Doch Hans Freitag macht noch mehr. Im Gespräch teilte Linda grohe MR. WOM mit, dass die Themen offene Transparenz, Authentizität und Teilen sehr wichtig in der Firmenkultur von Hans Freitag sind. Und was ist authentischer, wenn die Chefin selber bloggt?

Hans Freitag entwickelt Produkte und Marketing gemeinsam mit den Kunden und tauscht sich offen aus – Social Media ist dabei ein wichtiger Baustein in der Interaktion mit den Kunden.

Kunden von Hans Freitag können auch neue Produkte probieren – eine wesentliche Voraussetzung für das Entstehen von Word of Mouth. Zudem sucht Hans Freitag den Kontakt zu Food-Bloggern als wichtige Weitererzählergruppe und zu Barcamps als Weitererzählorte.

Die Offenheit gilt übrigens auch für die Zusammenarbeit mit Branchenkollegen aus dem Keksbereich, die nicht direkte Mitbewerber sind: So empfiehlt Hans Freitag gerne auch die individuellen Manufaktur-Kekse der Kekswerkstatt.

Und Facebook?

Nun wird man sich fragen: Was sagt Facebook dazu? Nun, das hat sich auch Hans Freitag gefragt. Nimmt man mal das Markenrecht aussen vor, sollte es pragmatisch betrachtet eigentlich kein Problem darstellen, denn Facebook wird wohl den Like Button abschaffen.

Bislang blieb eine direkte Antwort von Facebook aus, aber immerhin: Facebook hat ein paar Tüten Likies bestellt – ein gutes Zeichen?

Die ganze Story zu den Likies kann man u.a. im Keksblog von Hans Freitag nachlesen.

MR. WOM ist gespannt, was seine Leser zu diesem TOP WOM sagen – insbesondere die Ironblogger Kollegen@Lakritzplanet und @hoomygumb vom Sweetup.de.

PS: Übrigens gibt es die Likies auch bei MR. WOM´s Marketingevent WOMMup am 20.11.2013 in Frankfurt. Und MR. WOM versucht auch noch ein paar Likies  für die nächste @pl0gbarKonstanz aufzuheben…

 

 

Flyer Check in eigener Sache

Eigentlich ist MR. WOM ganz schön stolz auf sich, denn er hat es erstmals geschafft mit dem Adobe Grafikprogramm einen Druck-Flyer für einen zukünftigen Business-Event (den WOMMup in Frankfurt) zu basteln.

Die Frage vor der Drucklegung ist allerdings, ob der Flyer auf Aufmerksamkeit erzeugt, verständlich ist und Lust macht, am Event teilzunehmen?

Was denkt Ihr? So lassen oder umbauen? Und wenn ja was genau?

Feedback und Kommentare sind herzlich willkommen – und Anmeldungen und Eure Weiterempfehlungen natürlich auch…

Flyer-WOMMup-FFM Flyer-WOMMup-FFM-Seite-2

WOMMup – Der Mundpropaganda Abend am 17.09.2013 in Köln

WoM, WoMM, WOMMup. Mit dem ersten WOMMup am 17.09.2013 in Köln startet MR. WOM eine neue abendliche Eventreihe rund um Thema Word of Mouth & Empfehlungsmarketing. Kooperationspartner des ersten WOMMups ist der WOM Anbieter Kjero.com.

WOMMup-Cologne

 

Was? Wer? Wo? Wann?

Am WOMMup Cologne können sich die Teilnehmer in entspannter Atmosphäre bei Kölsch und Vorträgen über Aktuelles rund um das Thema Word of Mouth austauschen. Die Vorträge selbst bieten überraschende und spannende Insights und Fallbeispiele zu Word of Mouth Marketing Strategien & Planning, Mundpropaganda Kampagnen und Brand Advocate / Markenbotschafter Programmen.

Und wer MR. WOM kennt, der weiss, dass ihn noch die eine oder andere Überraschung auf dem Event selbst erwartet.

Wer es zur WOMMup Session (ab 19 h) nicht schafft, kann auch gerne danach noch zum WOMMup Talk (ab ca. 20:30 h) kommen.

GESPRÄCHSORT

Der WOMMup Cologne findet im Vorfeld der dmexco 2013 im legendären „Hallmackenreuther“ statt, einer Szene-Institution im Belgischen Viertel in Köln, die ausschliesslich auf Mundpropaganda im Eigenmarketing setzt.

Adresse: Hallmackenreuther, Brüsseler Platz 9, 50674 Köln
Eventort auf Google Maps

AGENDA

  • 18:30 – 19:00 h: WOMMup Apero (Get together)
  • 19:00 – 20:30 h: WOMMup Session (Slides & Insights, Q&A)
  • 20:30 – 23:55 h: WOMMup Talk (Drinks & Links – Networking)

MODERATION

Moderiert wird der WOMMup von Torsten Panzer, Unternehmensberater und Dozent mit Schwerpunkt PR, Marketing, WoM und Social Media – vielen in der Marketing & Social Media Szene sicher bekannt in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender des PR Clubs Hamburg & Beirat der Social Media Week Hamburg.

REFERENTEN

  • Mark Leinemann (MR. WOM): WOM Strategie & Brand Advocating – Relevanz, Beispiele & Erfolgsfaktoren
  • Thomas Metzler (Founder Kjero.com): Praxisbeispiele von WOM Kampagnen

Der WOMMup Cologne ist die ideale Einstimmung auf die dmexco, die einen Tag später in Köln beginnt – wer also eh am Vorabend (Di.) zur dmexco anreist, sollte sich anmelden und vom WOMMup inspirieren lassen.

Der WOMMup ist kostenlos, die Platzanzahl limitiert.

 

ANMELDUNG

Online Event Management mit Ticketing Lösung von amiando

Optionaler Anmeldelink und weitere Infos via Amiando direkt

MR. WOM und seine WOMMup Partner freuen sich auf Ihr Kommen und den Austausch mit Ihnen. Wir wünschen allen Teilnehmern ein gute Anreise!

WEITERSAGEN: Gerne dürfen Sie Ihren Kollegen, Geschäftspartner und Kunden den WOMMup weiterempfehlen. MR. WOM sagt Danke & Merci vorab für den WoM.

 

MR. WOM @ dmexco

Nach dem WOMMup ist MR. WOM natürlich auch an der dmexco von 18. – 19.9.2013. Wer also den WOMMup am 17.9. verpasst hat, aber dann zur dmexco kommt,  hat die Chance, die WOMMup Insights trotzdem vorgeführt zu bekommen.

Kontaktieren Sie MR. WOM und vereinbaren Sie ihren persönlichen WOMMup Termin auf der dmexco.

 

Über denWOMMup

Der WOMMup ist ein Veranstaltungsreihe zu Word of Mouth (WOM) Marketing [Mundpropaganda] und Empfehlungsmarketing. Die WOMMup Eventreihe wurde von MR. WOM im Sommer 2013 in´s Leben gerufen und wird mit wechselnden Partnern zusammen durchgeführt. WOMMups bieten den Teilnehmern ein Update und den Austausch über aktuelle und neue Entwicklungen im Bereich Word of Mouth Marketing. Mehr Infos zum WOMMup finden sich hier.

 

Viral durch WOM? Studie zu den Erfolgsfaktoren von Viral Marketing

Vor zwei Wochen erläuterte MR. WOM die Schnittmengen von WOM vs. Buzz und Viral Marketing. Hierbei zeigte sich auch, dass Viral Marketing durchaus als Gesprächsstarter für On- und Offline Mundpropaganda dienen kann – wie auch umgekehrt sich Online Inhalte und Stories organisch durch intrinsisch motiviertes Word of Mouth weiterverbreiten.

Ein gutes Beispiel dafür ist Steinbock Paul – ein privates Video von Christoph Burgdorfer aus der Schweiz. «Steinbock Paul war plötzlich ein YoutubeStar», so  Burgdorfer, Urheber des privaten SteinbockVideos mit mehr als 800’000 YoutubeViews, das er im Berner Tierpark Dälhölzli mit dem Handy machte.

Das Video zeigt – musikalisch nett untermalt – wie sich ein Steinbock mit dem eigenen Horn am Po kratzt. Und schaffte es damit auf die Titelseite von 20 Minuten, wurde zum Werbestar von Graubünden Ferien neben den bekannten WerbeSteinböcken Gian und Giachen und kratzte mit anderen Tieren in einem Deutschen Werbespot für die Sixt Autovermietung um die Wette.

Viraler Erfolg durch WoM oder Seeding?

Steinbock Paul zeigt (wie viele andere Beispiele auch) – organischer, viraler Erfolg ist nur durch WoM Verbreitung möglich – auch ganz ohne Media Unterstützung. Ein Erfolg, den sich viele Unternehmen oft nur wünschen würden. Denn was viele Macher erfolgreicher viraler Kampagnen gerne verschweigen: Virale Marketing Kampagnen werden oftmals von einem massivem Media & Seeding-Einsatz begleitet.

Die Diskussion um die Viralität von Kampagnen, die sich auf natürliche Weise verbreiten – d.h. ohne bezahlte Media / Seeding Unterstützung – flammte erst kürzlich in der Schweiz in Zusammenhang mit dem Swisscom Samsung S4 Video wieder auf, das 3.8 Millionen Views auf Youtube erreichte. Die virale Verbreitung wurde dabei allerdings durch entsprechenden Mediaeinsatz im Seeding begleitet, wie es z.B. via Google (SEM), Facebook Ads oder Sharing Plattformen wie eBuzzing oder Shareifyoulike ermöglicht wird.

Die entscheidende Frage dieser Diskussion ist dabei: Was sind die Erfolgsfaktoren und Mechanismen für Viralität? Dabei spielt immer auch die Frage mit rein, ob fehlende Kreativität einfach durch Geld ersetzt werden kann. Die Antwort darauf dürfte jede Marketingabteilung und Agentur interessieren, die auf der Suche nach den Mechanismen ist, um eine Kampagne viral(er) zu machen.

Swiss Virals – Studie zur Viralität in der Schweiz

Genau dies herauszuarbeiten, ist Ziel der neuen Studie zur Viralität in der Schweiz.  Die Studie soll helfen, die Begriffe “Viralität” und “virale Kampagne” zu präzisieren und virale Erfolgsfaktoren wie auch Grössenordnungen von Erfolgszahlen im Kontext der Schweiz zu evaluieren.

Für die Studie zum Thema Viralität in der Schweiz werden aktuelle und vergangene Beispiele von viralen Stories, Kampagnen, Aktionen oder Videos mit Schweizer Ursprung gesucht, die als Grundlage für die Studie dienen. In einer öffentlichen Umfrage können fremde oder eigene Beispiele eingereicht werden.

Die gesuchten Beispiele müssen nicht zwingend einen kommerziellen (Marketing) Hintergrund haben und sind nicht nur auf virale Videos beschränkt. Auch Social Media (Facebook) Aktionen, Blog-Postings, Tweets oder Hashtags aus den Bereichen Non Profit, Politik, Gesellschaft, Kunst/ Kultur & Medien wie auch Privat, die ihren Ursprung in der Schweiz haben und sich viral verbreiten, sind für die Studienuntersuchung interessant.

Marketingabteilungen sollen mit den Resultaten einen Überblick erhalten, um ihre Erwartungen in Briefings konkreter platzieren und ihren “viralen Erfolg” optimieren zu können.

Initiatoren der Studie

Die Initiatoren und Partner der Studie sind der Branchenverband IAB Schweiz, das Center for Storytelling, die Agentur coUNDco und MR. WOM, der diese Studie gerne als Kooperationspartner mit unterstützt.

Die Kooperationspartner versuchen dem Phänomen des viralen Effektes in der Studie “Viralität in der Schweiz” auf den Grund zu gehen; die Studie zielt ausschliesslich auf Schweizer Kampagnen und virale Inhalte ab.

Mitmachen und Weitersagen

An dieser Stelle bittet MR. WOM im Namen alles KooperationsPartner um fünf Minuten Ihrer Zeit: Besuchen Sie die OnlineUmfrage zur Studie und teilen Sie Ihre Erinnerung an virale Kampagnen oder Inhalte, die Sie wahrgenommen oder daran mitgearbeitet haben.

Hier geht es zur Umfrage.

PS: Natürlich freuen wir uns, wenn Sie anderen von der Studie weitererzählen.

 

Weiterführende Links & Infos

Steinbock Paul – Das Original

Paul mehrmals im 20 Minuten:

Ambush Aktionen anderer Marken mit Steinbock Paul:

 

Sommer WOM

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MR. WOM is back – und der Sommer ist immer noch da – herrlich! Nach dem letzten Jahr an der Ostsee war dieses Jahr (wieder) die Nordsee dran. Und wieder führte die Tour über Wedel nach St. Peter Ording – kurz SPO genannt – und zurück über Celle. Man könnte auch sagen, MR. WOM ist ein SPO Fan, was sicher nicht ganz falsch ist. Das liegt zum einen am frischen, aber guten Wetter, den herzlichen Leuten und dem herzhaften Essen. Zum anderen am Ort selbst: langer, breiter Sandstrand, der selbst wenn gut besucht, nicht überfüllt wirkt. Zudem lockte SPO dieses Jahr mit einem Novum: Free WLAN im Strandkorb – dazu aber später mehr.

Vom See an die See

Der Weg vom Bodensee an die Nordsee führte über Wedel (bei Hamburg). Der Zwischenstopp im Beach-Club 28 Grad war eine perfekte Einstimmung in den Urlaub. Echtes Strandgefühl – wohlgemerkt an der Elbe – coole Drinks, entspannter Sound und Schiffs-Spotting – man hätte meinen können, man ist am Panamakanal – very wommable. Besonders erzählenswert fand MR. WOM die Sonnencreme-Spender in den Toiletten – das könnte man auch mal am Bodensee einführen.

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Am Abend gab´s dann die ersten Fischbrötchen bei Isi´s Fischimbiss – eine Wedeler Institution und beliebter Biker-Treffpunkt, die leider durch die auch in Wedel um sich greifende Gentrifizierung bedroht ist.

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SPO – Sommerfrische & Summer Buzz

St. Peter Ording liegt in Nordfriesland, der Heimat von Theodor Storm (Schimmelreiter) und bedeutet Urlaub für Jedermann – familienfreundlich, naturbelassen, sportlich aktiv und nicht elitär. Und das zieht jedes Jahr mehr und mehr Leute an.

Gut zu besichtigen war das am SPO Dorffest, an dem dichtes Gedränge herrschte, das aber immer auch für neue WOM Fundstücke gut ist – wie in diesem Fall die Marke Braufactum, die MR. WOM verkosten durfte.

Braufactum ist eine Kollektion sogenannter Craft Biere für den stilvollen Biergenuss. Diese hochwertigen Biere werden wie bei einer Weinprobe verkostet und stehen für ein gleichberechtigtes Nebeneinander von Wein und Bier an der feinen Tafel. Die in SPO in speziellen Gläsern verkosteten Braufactum Biere hielten, was versprochen wurde: Ein echter Genuss und wirklich empfehlenswert, wenngleich auch leider ziemlich teuer.

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 Bild: Braufactum

 Als Exilkölner kaufte sich MR. WOM darum gleich mal spontan einige Flaschen der Sorte „Colonia“ – einem Bier nach Kölscher Brauart.

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Trotz des guten Bieres, gibt es doch ein paar Dinge, die leider nicht ganz so „wommable“ sind bei Braufactum, wie auch der Foodblogger Chezmatze findet. Die Story hinter Braufactum stimmt zwar und es gibt tatsächlich in der Firma nur ein kleines Team von acht Mitarbeitern. Doch so klein und fein, wie Braufactum sich gerne nach aussen gibt, ist es nicht. Denn was nicht erzählt wird ist, dass Braufactum als Tochterfirma von Beginn an zum Radeberger Gross-Brauerei-Konzern (der zu Dr. Oetker) gehörte. Allerdings gehört zur Radeberger Gruppe u.a. auch die ehemals nur durch Mundpropaganda bekannt gewordene Bionade oder das regionale Leipziger Sternenbräu, das auch durch die eine oder andere WOM Aktion auf sich aufmerksam macht.

Letzteres würde ja dann doch wieder passen – da es zumindest bei der Radeberger Gruppe einige Leute gibt, die wissen, wie WOM geht (mal ausgenommen die letzten Jahren seit der Bionade Übernahme, die Mundproganda-mässig nicht sehr empfehlenswert waren). Wenn da nicht fehlende Transparenz wäre, denn WOM sollte immer ehrlich und offen sein. Und hier hat Braufactum ein grosse Chance für perfektes Word of Mouth Marketing vertan. Nicht nur das „Verstecken“ der wahren Hintergründe, sondern auch, dass der Begriff Craft Bier (der nur von kleinen Brauereinen verwendet werden sollte) irreführend ist, sind wenig wommable.

MR. WOM fragt sich, warum das so ist: Hat Braufactum Angst, dass jemand ihnen bzw.  der Radeberger Gruppe nicht abkauft, dass gute Qualität auch von einem Grosskonzern kommen kann und sich dieser im Sinne der offenen Hinwendung zum Kunden auch ändern kann? Oder will man das evt. gar nicht bei Braufactum? Das würde bedeuten, dass Radeberger (noch) nicht verstanden hat, wie WOM funktioniert und wirkt. MR. WOM´s Fazit: Gutes Bier, leider nur WOM-washed (im Sinne von: kein echtes Word of Mouth).

Digitale Entschleunigung für pure Entspannung

Wer in den Ferien weilt, sollte abschalten – das gilt (eigentlich) auch für das Handy, mobile Web und Social Media. In SPO kann man das wortwörtlich nehmen. Der ganze Ort ist mehr oder weniger mobilfunkfreie Zone – in vielen Teilen sind max. 1 – 2 „Antennen“ das höchste der Empfangsgüte und mobile Web Versuche erinnern an die erste Anfänge in den 90ern.

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Wenn da nicht das „Free WLAN im Strandkorb“ Angebot am Ordinger Strand wäre, tja wenn…Nun, WLAN gibt es wirklich, allerdings gilt die vollmundige Aussage „im Strandkorb“ nicht ganz. Das WLAN sollte zwar bis 300 Meter vom Sender in der Strandkorbvermietung & Rettungswacht reichen, endet jedoch meist nach ca. 70 Metern und damit noch bevor die Strandkörbe erreicht sind. So zeigte es jedenfalls ein kleiner „Feldtest“ von MR. WOM. Freundlicherweise wurde MR. WOM aber von der Strandkorbvermietung (wo es WLAN gab) zweimal digitales Asyl gewährt (Wommigsten Dank dafür).

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Surfin SPO

SPO ist aber noch mehr: Jedes Jahr findet u.a. der Kite Surf Weltcup statt, der eine bunte internationale Surfer Szene anlockt – Grosskonzerte inklusive.

Wo sich viele Trendsetter und Weitererzähler treffen, sind natürlich auch jede Menge Marken vor Ort, um für Gesprächsstoff in der Szene zu sorgen und neue Trends zu setzen. MR. WOM fielen dabei vor allem zwei Trends auf – zum einen trägt man Häkel-Mütze (Boshi genannt) und zum anderen bunte verspiegelte Sonnenbrillen.

IMG_2496MyBoshi ist hier sicher nur einer von vielen Vertretern, mittlerweile scheint die ganze junge Generation das gute alte Häkeln wieder entdeckt zu haben. Und etablierte Marken springen auch schon auf den Zug. MR. WOM hält es da lieber mit kleinen und regionalen Anbietern wie etwa Melly von SPOMH – lokal aus SPO – und ihre aus Wolle von nordfriesischen Schafen von Hand gehäkelten Originale.

Allerdings: Ein Markenevent wie der o.g. Kite Surf Weltcup, der im digitalen wie auch mobilen Nirwana stattfindet, ist natürlich für die Social Media Kommunikation der vertretenen Marken eine Katastrophe. Darum erhielt die (deutsche) Telekom als einziger Provider von den nordfriesischen Behörden die Erlaubnis, für Zeit des Surfcups einen mobilen Funkmast aufzustellen. Wer aber nun dachte: Hurra, Free WLAN oder mobile Web, der wurde schwer enttäuscht. Weder war die Telekom am Weltcup mit einem Stand vertreten, noch gab es WLAN. Der Mast konnte tatsächlich nur von T-Mobile Kunden und den Organisatoren und Ausstellern, nicht jedoch von den Besuchern genutzt werden.

Schade, eine vertane Mundpropaganda Chance für die Telekom wie auch SPO selbst. Und gänzlich unnötig – wie MR. WOM vor Ort dankenswerterweise vom Kitesurf Aussteller MTV Mobile erfahren durfte, die entsprechendes Equipment für eine Free WLAN Nutzung der Besucher dabei hatten, aber nicht aufstellen durften.

Aber vielleicht ist das ja auch ganz gut so. In einer Welt digitaler Rundumerreichbarkeit braucht es schliesslich auch Zonen, Reservate digitaler Ödnis, die einen zur Entschleunigung zwingen. Und dafür sorgen, dass sich „Geheimtipps“ wie SPO (das es nun mittlerweile nicht mehr ist) zumindest nicht auch noch digital rumsprechen (erfahrene Leser wissen eh, dass Face-to-Face WOM viel besser wirkt).

Nachtrag: wie MR. WOM nach den Ferien erfahren hat, wird sich die mobile Erreichbarkeit in SPO in den nächsten Monaten verbessern.

 

Ferienzeit – Weitersagen!

Nachdem MR. WOM das „Triple“ bei den Ironbloggern Bodensee geschafft hat, kann er endlich wohlverdient in die Sommerfrische fahren.

MR. WOM wünscht allen daheim Gebliebenen wie auch allen Urlaubern eine „wombastische“ Sommerzeit, keinen Sonnenbrand und viele weitererzählbare Erlebnisse.

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Wie auch im letzten Jahr, wird MR. WOM sich auch dieses Jahr wieder auf die Suche nach dem Sommer-WOM machen. Mehr dazu dann an dieser Stelle.