Sommer WOM

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MR. WOM is back – und der Sommer ist immer noch da – herrlich! Nach dem letzten Jahr an der Ostsee war dieses Jahr (wieder) die Nordsee dran. Und wieder führte die Tour über Wedel nach St. Peter Ording – kurz SPO genannt – und zurück über Celle. Man könnte auch sagen, MR. WOM ist ein SPO Fan, was sicher nicht ganz falsch ist. Das liegt zum einen am frischen, aber guten Wetter, den herzlichen Leuten und dem herzhaften Essen. Zum anderen am Ort selbst: langer, breiter Sandstrand, der selbst wenn gut besucht, nicht überfüllt wirkt. Zudem lockte SPO dieses Jahr mit einem Novum: Free WLAN im Strandkorb – dazu aber später mehr.

Vom See an die See

Der Weg vom Bodensee an die Nordsee führte über Wedel (bei Hamburg). Der Zwischenstopp im Beach-Club 28 Grad war eine perfekte Einstimmung in den Urlaub. Echtes Strandgefühl – wohlgemerkt an der Elbe – coole Drinks, entspannter Sound und Schiffs-Spotting – man hätte meinen können, man ist am Panamakanal – very wommable. Besonders erzählenswert fand MR. WOM die Sonnencreme-Spender in den Toiletten – das könnte man auch mal am Bodensee einführen.

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Am Abend gab´s dann die ersten Fischbrötchen bei Isi´s Fischimbiss – eine Wedeler Institution und beliebter Biker-Treffpunkt, die leider durch die auch in Wedel um sich greifende Gentrifizierung bedroht ist.

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SPO – Sommerfrische & Summer Buzz

St. Peter Ording liegt in Nordfriesland, der Heimat von Theodor Storm (Schimmelreiter) und bedeutet Urlaub für Jedermann – familienfreundlich, naturbelassen, sportlich aktiv und nicht elitär. Und das zieht jedes Jahr mehr und mehr Leute an.

Gut zu besichtigen war das am SPO Dorffest, an dem dichtes Gedränge herrschte, das aber immer auch für neue WOM Fundstücke gut ist – wie in diesem Fall die Marke Braufactum, die MR. WOM verkosten durfte.

Braufactum ist eine Kollektion sogenannter Craft Biere für den stilvollen Biergenuss. Diese hochwertigen Biere werden wie bei einer Weinprobe verkostet und stehen für ein gleichberechtigtes Nebeneinander von Wein und Bier an der feinen Tafel. Die in SPO in speziellen Gläsern verkosteten Braufactum Biere hielten, was versprochen wurde: Ein echter Genuss und wirklich empfehlenswert, wenngleich auch leider ziemlich teuer.

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 Bild: Braufactum

 Als Exilkölner kaufte sich MR. WOM darum gleich mal spontan einige Flaschen der Sorte „Colonia“ – einem Bier nach Kölscher Brauart.

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Trotz des guten Bieres, gibt es doch ein paar Dinge, die leider nicht ganz so „wommable“ sind bei Braufactum, wie auch der Foodblogger Chezmatze findet. Die Story hinter Braufactum stimmt zwar und es gibt tatsächlich in der Firma nur ein kleines Team von acht Mitarbeitern. Doch so klein und fein, wie Braufactum sich gerne nach aussen gibt, ist es nicht. Denn was nicht erzählt wird ist, dass Braufactum als Tochterfirma von Beginn an zum Radeberger Gross-Brauerei-Konzern (der zu Dr. Oetker) gehörte. Allerdings gehört zur Radeberger Gruppe u.a. auch die ehemals nur durch Mundpropaganda bekannt gewordene Bionade oder das regionale Leipziger Sternenbräu, das auch durch die eine oder andere WOM Aktion auf sich aufmerksam macht.

Letzteres würde ja dann doch wieder passen – da es zumindest bei der Radeberger Gruppe einige Leute gibt, die wissen, wie WOM geht (mal ausgenommen die letzten Jahren seit der Bionade Übernahme, die Mundproganda-mässig nicht sehr empfehlenswert waren). Wenn da nicht fehlende Transparenz wäre, denn WOM sollte immer ehrlich und offen sein. Und hier hat Braufactum ein grosse Chance für perfektes Word of Mouth Marketing vertan. Nicht nur das „Verstecken“ der wahren Hintergründe, sondern auch, dass der Begriff Craft Bier (der nur von kleinen Brauereinen verwendet werden sollte) irreführend ist, sind wenig wommable.

MR. WOM fragt sich, warum das so ist: Hat Braufactum Angst, dass jemand ihnen bzw.  der Radeberger Gruppe nicht abkauft, dass gute Qualität auch von einem Grosskonzern kommen kann und sich dieser im Sinne der offenen Hinwendung zum Kunden auch ändern kann? Oder will man das evt. gar nicht bei Braufactum? Das würde bedeuten, dass Radeberger (noch) nicht verstanden hat, wie WOM funktioniert und wirkt. MR. WOM´s Fazit: Gutes Bier, leider nur WOM-washed (im Sinne von: kein echtes Word of Mouth).

Digitale Entschleunigung für pure Entspannung

Wer in den Ferien weilt, sollte abschalten – das gilt (eigentlich) auch für das Handy, mobile Web und Social Media. In SPO kann man das wortwörtlich nehmen. Der ganze Ort ist mehr oder weniger mobilfunkfreie Zone – in vielen Teilen sind max. 1 – 2 „Antennen“ das höchste der Empfangsgüte und mobile Web Versuche erinnern an die erste Anfänge in den 90ern.

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Wenn da nicht das „Free WLAN im Strandkorb“ Angebot am Ordinger Strand wäre, tja wenn…Nun, WLAN gibt es wirklich, allerdings gilt die vollmundige Aussage „im Strandkorb“ nicht ganz. Das WLAN sollte zwar bis 300 Meter vom Sender in der Strandkorbvermietung & Rettungswacht reichen, endet jedoch meist nach ca. 70 Metern und damit noch bevor die Strandkörbe erreicht sind. So zeigte es jedenfalls ein kleiner „Feldtest“ von MR. WOM. Freundlicherweise wurde MR. WOM aber von der Strandkorbvermietung (wo es WLAN gab) zweimal digitales Asyl gewährt (Wommigsten Dank dafür).

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Surfin SPO

SPO ist aber noch mehr: Jedes Jahr findet u.a. der Kite Surf Weltcup statt, der eine bunte internationale Surfer Szene anlockt – Grosskonzerte inklusive.

Wo sich viele Trendsetter und Weitererzähler treffen, sind natürlich auch jede Menge Marken vor Ort, um für Gesprächsstoff in der Szene zu sorgen und neue Trends zu setzen. MR. WOM fielen dabei vor allem zwei Trends auf – zum einen trägt man Häkel-Mütze (Boshi genannt) und zum anderen bunte verspiegelte Sonnenbrillen.

IMG_2496MyBoshi ist hier sicher nur einer von vielen Vertretern, mittlerweile scheint die ganze junge Generation das gute alte Häkeln wieder entdeckt zu haben. Und etablierte Marken springen auch schon auf den Zug. MR. WOM hält es da lieber mit kleinen und regionalen Anbietern wie etwa Melly von SPOMH – lokal aus SPO – und ihre aus Wolle von nordfriesischen Schafen von Hand gehäkelten Originale.

Allerdings: Ein Markenevent wie der o.g. Kite Surf Weltcup, der im digitalen wie auch mobilen Nirwana stattfindet, ist natürlich für die Social Media Kommunikation der vertretenen Marken eine Katastrophe. Darum erhielt die (deutsche) Telekom als einziger Provider von den nordfriesischen Behörden die Erlaubnis, für Zeit des Surfcups einen mobilen Funkmast aufzustellen. Wer aber nun dachte: Hurra, Free WLAN oder mobile Web, der wurde schwer enttäuscht. Weder war die Telekom am Weltcup mit einem Stand vertreten, noch gab es WLAN. Der Mast konnte tatsächlich nur von T-Mobile Kunden und den Organisatoren und Ausstellern, nicht jedoch von den Besuchern genutzt werden.

Schade, eine vertane Mundpropaganda Chance für die Telekom wie auch SPO selbst. Und gänzlich unnötig – wie MR. WOM vor Ort dankenswerterweise vom Kitesurf Aussteller MTV Mobile erfahren durfte, die entsprechendes Equipment für eine Free WLAN Nutzung der Besucher dabei hatten, aber nicht aufstellen durften.

Aber vielleicht ist das ja auch ganz gut so. In einer Welt digitaler Rundumerreichbarkeit braucht es schliesslich auch Zonen, Reservate digitaler Ödnis, die einen zur Entschleunigung zwingen. Und dafür sorgen, dass sich „Geheimtipps“ wie SPO (das es nun mittlerweile nicht mehr ist) zumindest nicht auch noch digital rumsprechen (erfahrene Leser wissen eh, dass Face-to-Face WOM viel besser wirkt).

Nachtrag: wie MR. WOM nach den Ferien erfahren hat, wird sich die mobile Erreichbarkeit in SPO in den nächsten Monaten verbessern.

 

3 Comments
  1. Die Sonnencreme-Spender sind eine tolle Idee für einen Brand Service! Einen echten Mehrwert bieten, ohne als Marke aufdringlich zu wirken. Und das erzählt sicher der ein oder andere Besucher weiter…

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