The right people – Migros verschenkt Word of Mouth Potential

Die neuen Migros I am Duschgels «Caribbean Night» und «Dirty Harry» - entwickelt von 1600 Migipedia-Nutzern. Foto: Migros

Vor kurzem zwitscherte ein Vögelchen MR. WOM etwas von den neuen Migros Duschgels, die von Konsumenten via Atizo und Migipedia entwickelt und nun im Markt gelauncht wurden.

Ein schönes Beispiel für Crowdsourcing und CoCreation, einer Social Media Marketing Form, welche Aldo Gnocchi von Hutter-Consult bereits ausführlich dargestellt hat.

Doch wird es auch Erfolg am POS haben oder sich so entwickeln, wie die bereits vorher von Konsumenten entwickelten Migros Marmeladen Erdbeermund und Herbstsünde, welche MR. WOM (leider) nicht mehr im Laden finden kann?

Schauen wir uns mal an, worauf es bei einer Markteinführung u.a. auch ankommt. Zum einen braucht es eine am Kundenbedarf orientierte Produktentwicklung, welche durch das Migros Crowdsourcing optimal abgedeckt sein sollte. Zum anderen aber braucht es auch eine genügend hohe Akzeptanz und Relevanz – sprich: ein neues Produkt sollte möglichst schnell auch eine hohe Käuferzahl, da sonst eine Massenproduktion unwirtschaftlich wird und ein DeListing im Handel droht. Ziel ist also bei einem Marktlaunch, möglichst schnell die Hürde von den early adopters zur early mayority zu schaffen.

Leider nutzt die Migros das WOM Potential für ihre neuen Duschgels hier nicht. Gesamt hatten an der Produktentwicklung rund 3´400 (1´660 + 1´777) Konsumenten mitgemacht, aber es werden aktuell leider nur 2 x 45 Duschgels verlost.

Hätte man allen beteiligten Produktentwicklern als Dankeschön das mitentwickelte Produkt geschenkt und ihnen zusätzlich Testproben für ihre Freunde mitgegeben, hätten on top – je nach „Storytelling“ der Kampagne – zwischen 400´000 und 750´000 WOM Interaktionen und Produktreviews (u.a. auf Migipedia) off- und online erzeugt werden können.

Wären vom neuen „I am“ Duschgel von jedem der 3´400 Produktmitentwickler nur 10 Musterproben an Freunde, Verwandte und Bekannte verteilt worden, hätten im Minimum rund 25´000 neue Konsumenten zusätzlich ein Produkterlebnis erhalten (statt aktuell nur 90 Konsumenten durch die Verlosung).

Die Kaufbereitschaft wäre hier sicher sehr hoch, immerhin will man ja mal ausprobieren, was ein Freund mitentwickelt hat. Und könnte durch Rabattgutscheine – persönlich durch den Freund übergeben – noch gesteigert werden. Mit diesem Vorgehen würde direkt zum Marktlaunch eine genügend hohe Käuferbasis geschaffen – und ein evt. 2. Flop a lá Erdbeermund und Herbstsünde vermieden.

Das ist natürlich nur eine schnelle Kurzanalyse, die den groben Weg aufzeigen kann, das „Wie“ (WOM Mechanismen, WOM Prozess, WOM-Storytelling etc.) muss im Detail angeschaut werden, denn nur optimale „Wommability“ hebt auch das komplette Word of Mouth Potential im Crowdsourcing – vom Produkt bis hin zum POS.

MR. WOM ist gespannt, wann die Migros dieses Potential hebt.

 

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Cola WOM-Workshop Test mit überraschendem Ergebnis

Wer hätte gedacht, dass der Bodensee eigentlich ein Cola See ist? Nun, MR. WOM war bis vor kurzem auch nicht bekannt, dass rund um den Bodensee jede Menge lokale Cola Produzenten sitzen. Es gibt Gletscher Cola aus Ravensburg, Goba Cola aus Gontenbad im Appenzell und Vivi Kola aus Eglisau bei Schaffhausen.

Ein Grund mehr, zwei dieser See-Colas für die vergangenen beiden WOM Workshops von MR. WOM zu verwenden. Der eine Workshop fand am 12.04.2012 bei der Junior Chamber International (JCI) Frauenfeld mit 9 Teilnehmern statt und der andere am Freitag den 13.04. mit 13 (!) Teilnehmern der Wirtschaftsjunioren Konstanz-Hegau und der JCI Untersee Kreuzlingen beim Akzent Verlag Konstanz statt.

In den beiden Workshop Abend Seminaren wurden den Teilnehmern die Grundlagen von Word of Mouth (WOM) Marketing – offline, online & mobile – vermittelt und die Erfolgsfaktoren von WOM Marketing an Hand von Praxisbeispielen dargestellt. Danach sollten die Teilnehmer selbständig mittels einer Checkliste Ideen für ihr eigenes WOM Marketing für Produkte und Dienstleistungen ihres Unternehmens entwickeln.

Als Vorbereitung zum eigenen WOM wurde die „Cola WOM Übung“ durchgeführt. Dazu wurde den Teilnehmern zuerst ein Coca Cola Werbe-Video gezeigt, das vor allem auf die sensorischen Markeneigenschaften von „Coke“ fokussiert.

Danach wurde den Teilnehmern anhand einer Word of Mouth Checkliste erläutert, wie man eine Marke in ihre weitererzählbaren Bestandteile zerlegt, diese dann auf Weitererzählbarkeit untersucht und schliesslich zu einer weiterzählbaren Marke neu aufbaut. Die Workshop Teilnehmer sollten dann in zwei WOM Teams zwei neue Cola Marken – Goba Cola und Gletscher Cola – probieren/testen. MR. WOM dankt an dieser Stelle den beiden Cola Marken für die grosszügige Bereitstellung kostenloser Cola Flaschen zum Test.

Jede Gruppe bekam nur jeweils eine Cola Marke zum Probieren, die Cola Marken wurden vorher nicht degustiert. Erst nach dem Test konnten die Teilnehmer ihre verschiedenen Cola Marken untereinander austauschen. Im Anschluss sollte jede WOM Arbeitsgruppe jeweils für die von ihnen getestete Cola entsprechende Word of Mouth Marketing Ideen im freien Kreativ-Brainstorming erarbeiten.

Dabei zeigte sich beim 2. Workshop am 13.4. ein für die Teilnehmer überraschender Aha-Effekt – der u.a. einer der Erfolgsfaktoren von Word of Mouth ist: Als nach der „Cola Übung“ die Cola Marken unter den beiden WOM Arbeitsgruppen zum gegenseitigen Probieren getauscht wurden, fand die jeweils  andere Cola keine Zustimmung: Dem Team Goba Cola schmeckte die Gletscher Cola nicht und umgekehrt dem Gletscher Cola Team die Goba Cola nicht. Beide Gruppen waren also zu echten Promotoren der von ihnen getesteten Marke geworden, intrinsisch motiviert durch das inspirierende Produkterlebnis der „Cola Übung“ für „ihre“ Cola zu sprechen.

Was hier passiert ist, lässt sich mit einem interessanten psychologischen Effekt des WOM Marketings erklären: je intensiver, spannender, sozial interaktiver und unterhaltsamer ein Produkttest erfolgt, desto höher wird das Involvement und damit die Identifizierung der Tester mit einem Produkt, aber auch mit ihrem Testerteam – eine echte Fangruppe entsteht, die – durch weitere Anreize – zu Markenbotschaftern entwickelt werden kann. MR. WOM wird dies zum Anlass nehmen, in einem späteren Artikel die Aspekte von WOM Marketing in Bezug zu den Neurowissenschaften näher zu beleuchten.

 

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