Der „Summer Buzz“ – oder warum User generated Content (UGC) ein wichtiges WOM Werkzeug ist

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MR. WOM ist (mehr oder weniger) frisch aus den Ferien zurück. In der Sommerfrische an der Nordsee erlebte er wieder jede Menge Empfehlungen, markenbezogene Gespräche und machte neue Servive- und Produkterfahrungen.

Dieser „Summer Buzz“ fing an bei der jederzeit empfehlenswerten Ferienwohnung samt nettem Vermieter – der auch noch coole Fotos macht, ging weiter bei mündlichen Empfehlungen über Sonnencremes, Strandentdeckungen – etwa dem neuen Smart bei einer Promo Beachvolley Cup in St. Peter Ording –  und endete in neuen und wahrlich schmackhaften Probiererlebnissen von lokalen Spezialitäten, Delikatess-Currywürsten oder exotischen Burgern.

Davon macht man natürlich auch gerne Bilder und postet die sozial-medial, schreibt Bewertungen oder einen Blogbeitrag. So wie MR WOM – der hier gerne ein paar Impressionen teilt:

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Burger & „Berliner“ Currywurst – sehr empfehlenswert – freundlicher & schneller Service trotz „voller Hütte“ – erlebt im 54 Grad: http://www.strandbar-54grad-nord.de/

Summer Buzz & Sommerloch im Marketing

Was hat das Alles mit Marketing zu tun? Eine ganze Menge: Jedes Jahr liest man vom sogenannten Marketing-Sommerloch. Das Marketing vieler Marken denkt sich: „Meine Kunden sind eh im Urlaub, die erreiche ich nicht“. Ausser ggf. Aktivitäten von Marken die mit Sonne, Strand, Meer & Ferien zu tun haben, passiert nicht viel.

Es gibt natürlich viele Tipps, was man hier im Marketing machen könnte – wie man hier nachlesen kann:

Denn der Sommer bietet viele Marketing-Chancen: Gerade in dieser Zeit haben viele Konsumenten auch Zeit und sind offen für Neues. Sie treffen neue Menschen und alte Bekannte und haben viele Gespräche – also auch Möglichkeiten für Word-of-Mouth Empfehlungen im realen Leben. Und sie sind mittlerweile via Mobile sozial-medial konnektiert – auch am Strand von SPO – der bis vor 2 Jahren noch ein Eldorado für Digital Detox war.

Nutzer-generiertes Content Marketing

Was machen die Menschen dort mit ihren Smartphones – wenn sie nicht gerade Sandburgen bauen, Bücher lesen, mit den Kindern z.B. Wikinger Schach spielen? Natürlich Content produzieren: Urlaubsselfies, Foodporn vom Essen, den letzten Einkaufs-Schnapp teilen u.v.m.

Laut einer Studie von Social Soup in 2015 sagten 51%, dass sie mehr Social Media Postings im Sommer machen und 57% sagten, sie würden im Sommer mehr Content online teilen.

Heisst das nun, das man als Marke im Sommer auf Content Marketing setzen sollte? Nun ja – auch wenn es gerade eines der Hype-Themen ist, da ist sicher was dran, jedoch kostet das auch viel. Aber man hat als Marke trotzdem oft das Nachsehen, denn meist geht der branded Content im Meer des nutzergenerierten Contents (UGC) – der heute mehr als 80% allen Webcontents ausmacht und immer mehr zunimmt – unter.

User Content schlägt Marken- & Werbe-Content

Wo branded Content schon besser als klassische Werbung wirkt, übertrifft die Wirkung von User Content beides in punkto Online-Sichtbarkeit, Glaubwürdigkeit, Webtraffic und Kaufentscheidung nochmals:

Nutzer lieben den Content anderer Nutzer mehr als alle anderen Inhalte:

  • 66% der Nutzer bevorzugen Stories über Marken von „normalen Menschen“ ggü. Stories von Prominenten (19%) oder dem CEO (10%). 1
  • 70% der Nutzer stellen Empfehlungen und Bewertungen von Freunden & Kollegen im Rang höher als professionell erstellte Inhalte. 2

Quellen: 1 Headstream | 2 Reevo

User generated Content (UGC) steigert die Marketing Performance:

  • 5 mal höhere Click-Through-Raten (CTR), wenn UGC in paid & owned Mediaformate integriert und die UGC Reichweite über Media verlängert wird. 1
  • 20% mehr wiederkehrende Besuche und 90% mehr Verweildauer auf Markenseiten beim Einsatz von User Content auf diesen Webseiten. 1

Quelle: 1 Offerpop 2015

User generated Content steigert Sales:

  • 84% der Nutzer sagen, Nutzer-Inhalte auf einer Firmenseite beinflussen, was sie kaufen. 1
  • Händler, die Nutzer Content einsetzen, erzielen 2 – 3 mal höhere Konversionsraten. 2
  • 10% mehr Konversion, wenn in den Phasen der Customer Journey visuelle nutzergenerierte Inhalte (Bilder, Videos) eingesetzt werden. 3

Quellen: 1 bazaarvoice | 2 Olapic  | 3  Offerpop

Die einzig wirklich empfehlenswerte Lösung für Marken lautet daher zukünftig verstärkt auf User-generated Content im Marketing zu setzen.

Sprich seine Kunden vor oder im Urlaub anzuregen, Content zu erstellen, diesen (auch mit der Marke) zu teilen und diesen Content als Marke dann auf seinen eigenen Kanälen (z.B. der Facebookseite der Marke, einem Social Hub auf seiner Website oder in Native Ads) zu mehr Reichweite zu verhelfen – und den Kunden und seine Markenerlebnisse damit auf die Bühne der Marke zu heben.

Das funktioniert nicht nur im Sommerloch, sondern auch in der sich – zumindest für einige Marken – langsam ankündigenden Weihnachtszeit. Hier fangen die ersten Marketingabteilungen von Schokoladenherstellern, Consumer Electronics, Badausstattungen, Küchengeräte usw. gerade an zu planen.

Diese Marken sind gut beraten, sich dieses Weihnachten intensiv um ihre Kunden und die Erzeugung von User generated Content zu kümmern, statt viel Geld für Content Marketing im Sinne schöner Videos und Brand Storytelling auszugeben – denn davon gibt es gerade an Weihnachten schon genug.

Wer nach Beispielen für die erfolgreiche Generierung von User Content sucht, dem sei die Social Content Kampagne von Hansgrohe (umgesetzt von trnd) empfohlen. Das Projekt findet sich hier, und eine Case Study dazu hier.

 

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WOM vs. Buzz und Viral Marketing

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MR. WOM wird immer wieder mal gefragt, ob nicht eigentlich Viral und Buzz Marketing das Gleiche sind wie WOM – Word of Mouth Marketing – bzw. wo denn genau die Unterschiede liegen. Auch werden auf Marketing- wie auch auf Agenturseite meist mehrere Begriffe und Definitionen synonym wie auch irrtümlich für WOM Marketing verwendet. Viral, Buzz, Social Media, Empfehlungs, Guerilla oder Conversational Marketing sind hierbei die häufigsten Bezeichnungen.

Leider sind vielen Marketern die eindeutigen Abgrenzungen speziell der Begriffe Viral, Buzz und WOM Marketing nicht ganz bewusst und auch die Fachliteratur macht – je nach Oberbegriff und Autor – teils unterschiedliche Abgrenzungen.So ist z.B. für einige Fachbücher im Bereich Empfehlungsmarketing und Social Media WOM nur ein Unterbereich des Empfehlungsmarketings bzw. von Social Media. Die Word of Mouth Marketing Association WOMMA sieht es genau umgekehrt, für sie ist Word of Mouth ganz klar die übergreifende Klammer für Bereiche wie etwa Digital bzw. Social (Media) WOM.

Für Klarheit sorgen dabei auch nicht gerade einige Word of Mouth Marketing Plattformen, die sich – obgleich sie WOM Marketing anbieten – Bzzagent, Buzzer, Buzzilla, Ambuzzador oder Buzzador etc. nennen.

Versuch einer Definition & Abgrenzung

Dieser Artikel ist der Versuch, eine klare Abgrenzung von WOM, Buzz und Viral Marketing zu definieren, die auch mit Beispielen veranschaulicht wird. Aber da man je nach Blickwinkel vortrefflich darüber streiten kann, lädt MR. WOM hiermit auch gleich zur offenen Diskussion mit Vorschlägen für alternative Definitionen (Kommentare sind daher gerne gesehen).

Buzz-vs-WOM

Viral Marketing:

  • Definition: Digitale aufsehenerregende Werbebotschaft, die viral von Nutzern über das Web weiterverbreitet wird. Absender ist die Marke, der Inhalt ist stets markenbezogen inszeniert.
  • Was wird weitererzählt? Werbeinhalte mit Wow Effekt werden von Nutzern geteilt
  • Marketingziel(e): Bekanntheit, Aufmerksamkeit
  • Beispiel: Evian Roller Babies (http://youtu.be/XQcVllWpwGs)

Buzz Marketing:

  • Definition: Sozusagen der Offline Bruder von Viral, disruptive, provokante oder faszinierende Markeninszenierung mit dem Ziel, eine möglichst hohe Anzahl an Medienberichten zu erreichen.
  • Was wird weitererzählt? aufsehenerregende Markeninszenierung in Medien
  • Marketingziel(e): Bekanntheit, Aufmerksamkeit, Image
  • Beispiel: Red Bull´s Weltraumsprung http://youtu.be/FHtvDA0W34I

WOM Marketing:

  • Definition: Konsumenten werden Live Erlebnisse mit Produkten /Services ermöglicht, die einen so grossen Wow Effekt haben, dass sie von den Konsumenten weitererzählt werden.
  • Was wird weitererzählt? persönliche Produkterlebnisse von Konsumenten
  • Marketingziel(e): Kaufabsicht, Abverkauf, Image, Positionierung, Consumer Insights
  • Beispiel: Kraft Food Houseparty http://youtu.be/z6onHFmdJRY

Viral & Buzz als Gesprächsstarter für WOM

Es gibt auch Mischformen aus Viral und Buzz – die Obermutten Aktion auf Facebook ist ein gutes Beispiel dafür. Viral und Buzz können dabei gute Gesprächsstarter von langanhaltendem, nachhaltigerem WOM sein und werden teils auch dafür eingesetzt, sie können die Wirkung von echtem WOM Marketing jedoch nicht ersetzen.

Fakt ist, WOM Marketing hat Schnittmengen zu den Marketingformen Viral & Buzz, aber auch zu Guerilla- und klassischem Empfehlungsmarketing und nutzt aus jedem dieser Bereiche Elemente, Techniken und Methodiken. Wesentlicher Unterschied von WOM zu den anderen Marketingformen ist, dass immer der Nutzer, Konsument, Kunde und sein persönliches Markenerlebnis inszeniert wird und nicht die Marke selbst.

Weitere Definitionen und Beispiele für Viral, Buzz und WOM Marketing

Der Versuch der Definition und Abgrenzung der mit einander verwandten Begriffe Viral, Buzz und WOM ist nicht neu. Dave Balter, Gründer von Bzzagent, einer der ersten WOM Agenturen in den USA, hat die Unterschiede bereits 2008 beschrieben.

Weitere schöne Beispiele, die eine Abgrenzung erleichtern, finden sich hier und beim Marketing Explorers Blog.

 

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