WOM und Mehr am Better Business Camp

Vergangenen Donnerstag und Freitag (13. + 14.02.2014) fand das erste Better Business Camp im Lilienberg Unternehmerforum in Ermatingen am Bodensee statt.

BBC

Anders als bei einem klassischen Barcamp war dieser Event eingrenzt auf den reinen Wissensaustausch von klein(st)en und mittleren Unternehmen und hatte damit einen eindeutigen „Business“ Fokus. Aber auch hier gab es wieder viel „WOMMiges“ in den Sessions zu entdecken und zu erfahren. Abgerundet wurde das „#BeBuC“ durch die Top Location auf dem Lilienberg, der die Teilnehmer mit modernster Technik und erlesenen Speisen verwöhnte.

Eines muss vorab dabei gesagt werden: Alle Sessions waren wirklich sehr hochwertig und man konnte aus jeder Session wertvolle Inhalte, Tipps, Gedanken und Inspirationen für sein eigenes Business mitnehmen.  In Bezug auf Word of Mouth und für das eigene Geschäft hat MR. WOM folgende Inputs mitgenommen:

Whiteboard Videos

Die Session zu den sogenannten Whiteboard (Erklär) Videos entstand spontan eigentlich eher aus einer Nachfrage von Robin Seidelmann bei der Sessionvorstellung – er erklärte sich dann bereit, eine Session zum Erfahrungsaustausch zur Sammlung von Beispielen, Anbietern und Tools zu moderieren, die ein Fülle von neuem Wissen generierte:

Auf Videohive findet man für kleines Geld einige Vorlagen für Whiteboard Videos, die anpassbar sind.

Der freie Medienkünstler Manniac ist jemand, der u.a. solche Whiteboards machen kann (allerdings ist er wg. eines guten Whiteboard Videos schon etwas berühmt, dürfte also evt. nicht mehr ein günstiger Anbieter sein).

Weitere Anbieter hat Kai Jesse auf einer Messe zusammengetragen und uns nach dem Camp freundlicherweise folgende Liste zugemailt – Danke Kai!

Hallo BeBuC-Teilnehmer!

Hier die Liste der Whiteboardinganbieter, die ich auf der Learntec eingesammelt hatte:

http://simpleshow.com/

http://how-to-video.tv/

http://explain-now.de/

http://dialogbild.de/

Wer weitere Anbieter suchen will, muss lediglich nach „Erklärvideo“ googeln. Da findest sich beispielsweise folgender Link mit 22 weiteren Adressen: http://www.deutsche-startups.de/2013/06/18/22-gute-adressen-erklarvideos/

Viel Spaß – Kai

Ingress Session

Jens Spaniel stellte in seiner Session das Google Spin off „Ingress“ vor, ein Augmented Reality Spiel, das breite Wellen vor allem in der Welt der digitalen Fach- und Bloggerwelt schlägt und aktuell schätzungsweise mehr als eine Millionen Spieler weltweit hat.

Die Meinungen, was hinter Ingress steckt und wozu Google es strategisch nutzt, gehen auseinander: Vom schlichten „Datensammeln„, über eine „Skinner Box“ für die Welt  (S. Lobo), als Pushinstrument für Google Dienste wie Google + bis hin zum Erforschen und dem Austesten der Zukunft des mobilen Marketings, da es bereits Versuche etwa mit „gesponsorten Spielelementen“ gab.

Einig sind sich alle darin, dass Ingress für Google ein riesiger Proof of Concept und eine Live-Testlabor zur Simulation ist. Jens brachte dabei noch weitere Aspekte ein, etwa das Austesten der Google eigenen Technik, Usability Tests (da sich Ingress permanent anpasst und verändert).

Aber was nun auch genau dahinter stecken mag, Ingress nutzt in hohem Maße WoM Techniken für sich – sei beim Start, der nur ausgewählten Teilnehmern auf Einladung vorbehalten war (Exklusivität und Limitierung), einem eigenen Storytelling, Crowdsourcing durch die Spieler oder der Spielregel, dass man bestimmte Aktionen nur im Team durchführen kann (Tribalism).

Weitere Infos zu Ingress finden sich auch im deutschen und englischen Wikipedia.

Renaissance der QR Codes?

QR Codes gibt es nun schon eine ganze Weile, aber so richtig durchgesetzt haben sie sich bislang eher nicht (ausser beim Fliegen). Grund genug für Cecilia Zachmann, eine Session zu neuen Anwendungsideen für QR Codes zu machen.

In der Session stellte sie die Möglichkeit einer Verwendung in postalischen Angebotsmailings vor, bei der Kunden mit dem QR Code direkt druch „Abschiessen“ des QR Codes Produkte bestellen können (ähnlich wie in Südkorea bei den Tesco Plakaten). Danach diskutierten wir dann weitere Anwendungen – u.a. dieses Beispiel, das auch für Gesprächsstoff (WoM) sorgt, von emart:

Weitere Sessions

Es gab natürlich noch weitere spannende Sessions. Hierbei zeigte sich, dass vor allem die Wissensteilen-und Crowdsourcing Sessions am hilfreichsten für alle waren. Ob nun die miteinander verzahnten Marketing und Akquise Sessions, in den jeder seine jeweils besten Tipps mit den anderen teilte, oder die Session von Robert, der als CEO einer neuen Technologiefirma die Teilnehmer um praktischen Rat zur Unternehmensführung bat.

Word of Mouth Marketing Session(s)

MR. WOM durfte auch sein Wissen über Word of Mouth (WoM) Marketing teilen. Daraus wurden dann zwei Sessions – verteilt auf beide Tage.

Die erste Session war eher eine Einführung in das Thema mit ein paar Beispielen, die insbesondere beim Thema positive v.s negative Mundpropaganda zu einigen Diskussionen führte. Hier einige Erkenntnisse:

  • Die Sessiongruppe tendierte dazu, dass negative Mundpropaganda stärker weitererzählt wird als positive (getreu dem Motto: bad news are good „more interesting“ news). Hier nannte Urs Gattiker auch noch einige Zahlen – evt. teilt er hier im Kommentar noch den Link zu seinen Quellen.
  • Generell wird jedoch mehr positiv weitererzählt als negativ – wie die Zahlen von KellerFay aus den USA schön zeigen.
  • Zudem zeigen Untersuchungen der Universität Oviedo, dass positives Word of Mouth eine höhere Wirkung auf Kaufentscheidungen hat, als negative – d.h. selbst wenn Mundpropaganda negativ sein sollte, führt sie nicht im gleichen Maße zu „Nichtkäufen“ wie positive Empfehlungen zu Käufen führen.

Die zweite WoM Session war dann offen zum Austausch von Erfahrungen und dem Sammeln und Diskutieren von WoM Ideen für das eigene Business gestaltet. Leider hat MR. WOM keine Fotos von den Flipchart Notizen gemacht (Shame on me – habt ihr welche? Dann bitte zusenden – Danke), daher gibt es zur 2. Session nur ein paar Erkenntnisse aus der Erinnerung:

  • Wichtig ist, durch Kundenbefragungen genau zu ermitteln, warum genau man eigentlich weiterempfohlen wird und dies genau zu analysieren. Denn es ist nicht nur einfach, die „gute Arbeit, die man macht“, sondern es steckt oft mehr dahinter (z.B. ein besonderes Verhalten beim Kunden).
  • Ein treffender, einprägsamer und besonderer Firmenname hilft besonders Selbständigen und inhaber-repräsentierten KMU. Beispiele hier: Urs Gattiker als Dr. KPI. Gleiches gilt für einen etwas anderen, auffallenderen Tätigkeitsbeschrieb – etwa „Mompreneur“. Klingt alles besser als Abkürzungsnamen wie etwa „CoComCon – Business Consulting“ und es sind optimale Gesprächsstarter, die auch leicht weitererzählt werden können.
  • Überraschende kleine Geschenke erzeugen Wow Erlebnisse, Stories und WoM. Wie z.B. die Salami in den Danzas Containern (die es wohl wirklich gab bzw. noch gibt – auch wenn die Umsetzung aufgrund internationaler Zollvorschriften problematisch sein kann)
  • Wer ein Business frisch startet sollte zum Start immer sein gesamtes persönliches Umfeld informieren – denn diese sind die ersten Weitererzähler.
  • Als Dienstleister kann man seinen ganz persönlichen USP als Handlung ggü. den Kunden ritualisieren. Mompreneure können Grusskarten von ihren Kindern gestalten lassen, man kann spezielle Geschäftstipps im Sinne von Content Marketing als Postkarte oder per Newsletter versenden oder sein Angebot exklusiv gestalten oder limitieren (z.B. Vorträge für max. 30 Leute).

Wer nochmal die WoM Sessions gedanklich rekapitulieren möchte – hier sind die kurz vorgestellten Folien zur ersten WOM Session:  

MR. WOM hat sich sehr über das rege Interesse an seinen Sessions gefreut – und natürlich über das reale und digitale Feedback hinterher:

Fazit

Geschäftsleute und Branchen tauschen sich schon immer aus. In der Schweiz beliebt sind hier die sogenannten Erfa-Gruppen, üblich sind aber meist Kongresse und Messen, die einem festen Ablauf folgen.

Barcamp-Formate wie das Better Business Camp bieten hier einen zukunftsweisenden, innovativen, effektiven und vor allem persönlicheren und lockeren neuen Weg des geschäftlichen Austausches, der jedem geschäftlich Interessierten nur wärmsten empfohlen werden kann.

Der WOM zum Schluss

Ein grosser Dank geht an Oliver Gassner als Initiator und Hauptorganisator des #bebuc. Entsprechend erhielt er von den Teilnehmern noch ein kleines kulinarisches Geschenk als Dankeschön. Scheinbar ist es auch gut angekommen und hat auch schon WOM erzeugt:

Weitere Berichte zum Better Business Camp:

Ihr habt noch was zu ergänzen? Feedback, Inhalte, Notizen oder Links zu Sessions oder eigene BeBuC Blogberichte sind herzlich als Kommentare willkommen.

8 Comments
  1. Lieber Mark
    Danke für Deinen Beitrag hier, sehr interessante Synopsis. Jetzt muss ich noch die Referenzen nachgucken.
    Die Zahlen Links muss ich suchen, habe ich aber da ich diese auch zitierte…
    Also Geduld, werde diese bringen wegen den 7% findet Online und der Rest vom WoM Offline statt.
    Grüessli
    Urs
    @CyTRAP

  2. Pingback: Strategie, Innovation, Finanzierung, KPI, ROI, Wachstum, Verkauf, Unternehmerforum Lilienberg, Barcamp

  3. Pingback: Barcamps: Plattform für Nerds, Selbstdarsteller – oder was bringt es mir? | Jens Spaniel IT-Strategie und Projektcoaching

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.